In den Jahren 1908 und 1911 wurden mehrere verschiedene Schnellzugwagen für die 1./2. Klasse, 1./2./3. Klasse und 3. Klasse sowie Packwagen für den wachsenden Fernverkehr bei Ratgeber und MAN durch die bayerische Staatsbahn bestellt.

Die 4-achsigen Schnellzugwagen der Königlich bayerische Staatseisenbahnen fuhren in den Epochen I bis IV. Sie waren von der Länderbahnzeit über DRG (Gruppenverwaltung Bayern) bis in die DB-Zeit im Einsatz. Zum Anfang wurden sie für innerbayerische Schnellzüge nach Würzburg, Nürnberg, Lindau, oder Regensburg, aber auch in den Fernzügen nach Berlin, Frankfurt oder Stuttgart eingesetzt.

Zur Länderbahn-Zeit und in den Anfängen der Reichsbahnzeit fuhr diese Wagentypen auch in dem Fernschnellzug FD 79/80 München-Berlin-München. Der FD 79/80 wurde mit bis zu vier AB4üBay08 und ein bis zwei Packwagen Pw4üBay09 ausgestattet. In anderen Fernzügen wurden auch Kurswagen der Typen ABC4üBay11 und später auch C4üBay11 eingestellt.

Diese drei Wagentypen hatten 3,5-m-Drehgestelle der bayrischen Bauart und einen Eisenrahmen, auf dem ein verblechter Holzaufbau aufgesetzt war. Die Inneneinrichtung des AB4üBay08 bestand z. B. aus zwei 1.-Klasse- Abteile mit acht Plätzen und fünf 2.-Klasse-Abteile mit 27 Plätzen sowie zwei Toilettenabteilen am Wagenende. Länge über Puffer war 19 725 mm, der Wagenkasten 18 425 mm lang und der Drehzapfenabstand 13 200 mm.

Die Länderbahnwagen waren mit Gaslicht ausgestattet. Gebremst werden konnten sie sowohl mit Saugluft als auch mit Druckluft. In der Reichsbahnzeit wurde die Gasbeleuchtung durch eine elektrische Beleuchtung ersetzt, so dass der Gasbehälter unter dem Wagen entfernt und durch Batterien und Schaltkasten ersetzt wurde. Andere Umbaumaßnahmen, die durchgeführt wurden, sind das Entfernen der Notfall-Trittbretter und Leitern sowie die Neugestaltung der WCs. Auch die aufwendige Bemalung mit Zierstreifen wurde durch eine einfache oxidgrüne Lackierung ersetzt.